Die Augen des Panthers
Inhalt PDF Drucken

In diesem Roman erzähle ich die seltsame Geschichte meiner Freundin Lea.

Klappentext:
Es gibt schreckliche Bilder, die man nie wieder aus dem Kopf bekommt. Was aber kann so schrecklich sein, dass jemand ein uraltes Gemälde mit grünem Lack überschüttet, das Kunstwerk mitsamt Goldrahmen in den besten Tresor seiner Zeit legt, diesen zuschweißt und dann im Fundament seines Hauses einbetoniert?  Über ein Jahrhundert später stellt sich die Hamburger Kunstszene die gleiche Frage. Der geheimnisvolle Kellerfund wird zum Lebensinhalt von Lea, einer ebenso gefragten wie schüchternen Restauratorin, die das uralte Gemälde mit unendlicher Geduld von der grünen Schicht befreit. Sie stößt auf ein uraltes Geheimnis, das ihr Leben für immer verändern und vielleicht sogar beenden wird.

Neugierig geworden? Dann möchte ich Ihnen gleich noch ein paar Rahmendaten mitgeben:

Erschienen im Arunya-Verlag
Hardcover mit farbigen Illustrationen
254 Seiten - 14,90 EUR

ISBN: 978-3-95810-015-2
eBook € 4,99.

Wenn Sie nicht extra zum Bücherkauf aus dem Haus gehen wollen, können Sie den Roman über folgende Links auch ganz bequem online bei Amazon ordern:

 
Hörprobe PDF Drucken

Ein Miniausschnitt aus "Die Augen des Panthers", gelesen von Marco Ansing und mit seiner freundlichen Erlaubnis hier eingestellt.

Anhören

Für alle, die lieber selber lesen, hier noch eine Leseprobe:

 
Leseprobe PDF Drucken

Mit herzzerreißendem Quietschen kam Leas Drahtesel zum Stehen. Wie jeden Morgen verfehlte ihr Knie den Laternenpfahl nur um Haaresbreite, und wie immer bemerkte sie den alltäglichen Beinaheunfall nicht. Noch halb im Schlaf stieg sie ab und parkte ihre dampfende Halblitertasse mit Yasmintee auf einem Schaltkasten. Herzhaft gähnend löste sie die schwere Fahrradkette von ihrem Hals und verband ihr altersschwaches Gefährt umständlich mit der Laterne. Die Prozedur dauerte fast zwei Minuten, weil sich die weiten Ärmel ihres selbst gestrickten Ringelpullovers immer wieder im Schloss verfingen. Ihre Mutter hatte sich mehr als einmal lautstark darüber gewundert, wie sie in diesem Zustand jeden Morgen die vier Kilometer Berufsverkehr freihändig, mit einer riesigen Tasse Tee auf einem kaum fahrtüchtigen Rad, überstehen konnte.
Mit einem liebevollen Klaps auf den Sattel verabschiedete sich Lea von „Rosi“, wie das Rad schon seit Kindertagen hieß, griff sich ihren Tee und schlenderte zum Museum hinüber. Langsam befasste sich ihr Geist mit dem vor ihr liegenden Tag. Es würde ruhig werden; den Rueland Frueauf hatte sie letzte Woche abgeschlossen, und so würden heute nur Routinearbeiten auf sie warten. Nicht, dass es im Leben einer Restauratorin jemals besonders hektisch zuginge. Die Ruhe und das Alleinsein waren vielleicht das Schönste an ihrem Beruf.
Walter Trommler, der schon zum Inventar gehörende Wachmann des Museums, öffnete ihr.
„Guten Morgen, Frau Vogel“, begrüßte er sie mit der besonderen Herzlichkeit, die er sich immer speziell für sie aufzusparen schien. Wortkarg nickte sie ihm zu und war schon fast an ihm vorbei, als er sie linkisch noch einmal ansprach. „Man wartet schon ungeduldig auf Sie“, berichtete er eifrig.
Die Ankündigung ließ den letzten Rest Müdigkeit von Lea abfallen. „Dieselben Leute wie letzte Woche?“ Sie hatte noch nie eine Beschwerde über ihre Arbeit bekommen und hoffte, dass sich das heute nicht ändern würde. Eine Beschwerde konnte gleichbedeutend mit einem nicht wieder gutzumachenden Schaden sein.
„Nein, nein“, beruhigte Trommler sie. „Ganz andere Leute. Aber sehr ungeduldig.“
Ein neuer Auftrag also.
Viel zu sehr in Gedanken, um sich zu verabschieden, machte sie sich auf den Weg zu ihrer Werkstatt. Die Aussicht, ein neues Kunstwerk anvertraut zu bekommen, war sehr verlockend. Sie mochte es nur nicht, wenn Fremde sie persönlich an ihrem Arbeitsplatz besuchten. Überhaupt war es ihr unangenehm, fremde Menschen zu treffen.
Der alte Wachmann verzichtete bei ihr wie immer auf den Hinweis, dass Getränke in den Ausstellungsräumen und den Werkstätten streng verboten waren.

Weiterlesen...