Cvon


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Rezension von Christoph Heibutzki - Media-Mania.de

Die junge Frau Cvon verdient sich ihren Lebensunterhalt als Türsteherin. Die Stadt und das sie umgebene Land versinken im Bürgerkrieg. Keine der Kriegsparteien konnte einen endgültigen Sieg oder eine Niederlage erringen. Eines Tages begegnet sie bei ihrer Arbeit den Orks Naginar, Loric, und Duice. Die drei sind auf der Suche nach einem Schwert, das ihre Blutlinie beschützen soll. Doch dann sehen sie, was sie nicht für möglich gehalten hätten: Cvon trägt das von Orks geschmiedete Schwert „Chambarok“. Damit ist sie die Beschützerin ihrer Blutlinien. Das Schwert begleitete die junge Kriegerin seit ihrem zwölften Lebensjahr und ist zu einem Freund geworden, der ihr Geborgenheit und Sicherheit gibt. Als Mynora, Cvons einzige Freundin, brutal ermordet wird, sinnt sie auf Rache. Diese vollstreckt sie ohne Federlesens und die Orks helfen ihr dabei, so dass die junge Kriegerin langsam eine Art Vertrauen zu den Orks aufbaut.
Nach einigen Tagen werden Cvon und die Orks zu Hsul, einem Etherna, gerufen. Cvon und die Orks sollen für ihn ausziehen, um im Bürgerkrieg zu kämpfen und eine Wende herbeizuführen. Hsul schickt dem Trupp seine begabte Tochter Hroki mit. Gemeinsam müssen sie gefährliche Gegner überwinden. Bei einem entschiedenen Kampf wird Cvon allerdings sehr schwer verletzt. Die Rettung der jungen Frau ist schwierig und der Kampf ist noch nicht vorbei.

Dieser Roman spielt in der von Guido Krain kreierten Welt „Elfenmond“, in dem bereits sein erster Roman „Elfenmond“ angesiedelt ist. Der Autor bringt aber nicht sehr viel Altbekanntes ins Geschehen ein. Die Charaktere sind neu, die geographischen Gegebenheiten sind andere und die Geschichte ist bis jetzt nicht abgeschlossen. Unverkennbar jedoch sind die ausgefeilten Charaktere, die Beziehungen zu einander und die detailgenauen Beschreibungen der Landschaften. Das Hauptaugenmerk des Autors gilt vor allem seinen Charakteren. Selbst die anscheinend unwichtigsten Figuren sind sehr genau und bildhaft beschrieben, die Protagonisten haben sogar eine ausgefeilte Hintergrundgeschichte. Vor allem natürlich Cvon. Der Leser wird schon sehr bald mit ihrem Werdegang konfrontiert und es ist durchaus nachvollziehbar, weshalb sie gewisse Handlungen vorantreibt. Der Autor verleiht seiner Protagonistin nicht den heldenhaften Touch, den man vielleicht aus anderen Fantasyromanen kennt. Cvon ist eine vom Leben und ihrer Vergangenheit gezeichnete Frau, mehr oder weniger dazu gezwungen, sich mit anderen zu arrangieren.

Es macht Freude zu verfolgen, wie sich die Charaktere, vor allem Cvon, entwickeln, wie sie versucht, mit ihrer Umwelt und dem bisher Erlebten zurecht zu kommen. Es ist nicht leicht, eine Schublade mit der Aufschrift „gut“ oder „böse“ für Cvon zu finden. Sie ist einfach zu facettenreich, als das man sie einfach hinnehmen und abstempeln kann. Durch die perspektivische Erzählweise von Krain bleibt es dem Leser überlassen, sich ein Bild zu machen. Obwohl es mehrere Betrachtungsebenen in der Erzählweise gibt, verwirrt es nicht beim Lesen.
Die spannend erzählte Geschichte lebt eben von diesen Figuren und ihrer Interaktion untereinander, der Handlungsfaden ist nicht allzu kompliziert gesponnen. Da es vor dem Hintergrund eines Bürgerkriegs spielt, spart der Autor auch nicht mit der Formulierung von Gewalt- und Gräueltaten. Sehr bildhaft und genau beschreibt Guido Krain Kämpfe, schildert Verletzungen, bringt dem Leser Schmerz nahe und geht teilweise auch auf die Schicksale der Zivilbevölkerung ein, die ja unter dem Krieg leidet. Für Freunde der Happy-End-Fantasy mit heroischen Taten ist diese Geschichte nur bedingt geeignet, für sehr junge Leser so gut wie gar nicht.

Das Buch ist stabil gebunden, die Geschichte jedoch ist im Blocksatz gehalten. Gerade dieser Blocksatz ist nicht immer schon anzusehen, da die Wörter dadurch einen unterschiedlichen Abstand zu einander haben. Am Ende des Buches findet man neben einem hilfreichen Index von Elfenmond-Begriffen noch eine Beschreibung der Rasse der Etherna. Da es gewisse Vorbehalte gegenüber Selbstverleger-Verlagen wie Books on Demand gibt, was die Qualität der Inhalte angeht, ist dieses Buch eine sehr schöne Ausnahme.

Mit dieser spannenden, aber auch düsteren und mitunter brutalen Geschichte ist es Guido Krain wieder einmal gelungen, den Leser zu fesseln. Der Spannungsbogen wird bis zum Schluss gespannt. Die Geschichte in diesem Buch wird nicht beendet, was Lust auf mehr weckt.

 
Leseprobe PDF Drucken E-Mail

Nichts deutete darauf hin, daß seine Anwesenheit registriert worden wäre. Selbst der Hall seiner eigenen Schritte wurde von der beinahe greifbaren Stille unterschlagen. Zögerlich folgten Duice und Naginar, während Hroki in der Tür stehen blieb. Von Phalil war nichts zu sehen... Nicht, daß Loric in diesem Augenblick auch nur einen Gedanken an ihn verschwendet hätte.
Der Ork trug seine kostbare Last in die Mitte der Lichtinsel und sah sich etwas hilflos um. Wie lautlos dahingleitende Eisblöcke schien die Stille näher zu rutschen. Langsam fiel er auf die Knie und wartete quälende Momente, bis er genug Mut zusammen hatte, den Ring aus Stille zu sprengen.
"Hallo?" Seine Stimme wurde nicht zu ihm zurück geworfen, sondern versackte irgendwo in der Dunkelheit. Nichts als ein Schauer blieb zurück.
"Sie, deren Atem die Zeit und deren Wort das Schicksal ist, hört Dich, Krieger", kam es viel zu nah zurück. Der Fremde konnte nicht mehr als eine gute Armlänge von Loric entfernt in der Dunkelheit stehen. Der Ork fuhr so sehr zusammen, daß er beinahe seinen "Schatz" losgelassen hätte.
"Wer... Ihr seid ein Priester?"
"Ich bin nicht mehr als von IHR berührter Staub im Strom der Zeit, der das Glück hat, in diesem - IHREM - Hause dienen zu dürfen." Die Stimme des Priesters klang eigenartig "kalt", ohne wirklich emotionslos oder nichtmenschlich zu wirken.
"Sie braucht Hilfe!", war alles, was Loric in seiner Verzweiflung hervorbrachte. "Bitte helft ihr!"
"Sei unbesorgt, Krieger des Orkvolkes. Die Herrscherin der ewigen Schwärze hat bereits ihre gnädigen Arme nach ihr ausgestreckt... Schon bald wird sie die Leiden dieser grausamen Welt vergessen h..."
"Sie stirbt! Ihr müßt ihr helfen verdammt!!!", brüllte Loric den Priester entsetzt an. Sich während eines Festmahls am Terzianischen Hofe in das Weinglas eines Dorators zu erleichtern hätte nicht unpassender sein können. Lorics Begleiter wollten am liebsten im Erdboden versinken, doch ihm selbst war mittlerweile alles egal. Mit zwischen Zorn und Entsetzen schwankender Stimme brüllte er den in der Schwärze verborgenen Vertreter der Todesgöttin an. "Sie hat keine Zeit mehr!" Dann war lange Momente nur das hektische Atmen des Orks zu vernehmen, der sich mit bebenden Lippen bemühte, die Schwärze um sich mit seinen Augen zu durchdringen.
"Ihr vergeßt, wo Ihr seid, Ork", kam es mit Grabenskälte aus der Dunkelheit. "Ich bin..." wollte Loric zurückbrüllen, doch ein eigenartig kaltes Flüstern übertönte mühelos sein gewaltiges Organ.
"Ihr seid in den Hallen von IHR, die das Ende von allem ist. Und Ihr werdet IHR den Respekt zollen, der IHR zusteht." Der Ork spürte, wie etwas Kaltes seinen Fuß umschloß. Eine schwarze, tintenähnliche Flüssigkeit, die langsam aus dem Boden quoll und an ihm und Cvon nach oben kroch. Doch Loric war über einfache Furcht hinaus. Fasziniert stellte er fest, wie frei ein Geist sein kann, der davon ausgeht, nichts mehr zu verlieren zu haben.

 
Klappentext PDF Drucken E-Mail

Cvon ist eine Frau des Krieges, die in ihrem kurzen Leben bereits genug mitgemacht hat, um jedes bißchen Naivität und Blauäugigkeit abgelegt zu haben. Im Zentrum eines chaotischen Bürgerkrieges glaubt sie nur noch an das Prinzip "Überleben" und daran, von gar nichts mehr aus der Fassung gebracht werden zu können.

Auch Kriegerinnen können irren.

Ihren Schultern wird eine Verantwortung aufgebürdet, die weit über ihr eigenes Leben und ihre eigenen Wünsche hinausgeht. Ihr werden Opfer und Entscheidungen abverlangt, die einem empfindenden Wesen unerträglich sein müssen. Und sie wird lernen, daß es einen Preis für Härte gibt, den jeder Mensch bezahlen muß.

Cvon ist unter der ISBN 3-8311-4751-5

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Cvon - erster Teil des Ushovar-Zyklus PDF Drucken E-Mail

Willkommen im Wahnsinn des Ghoshabischen Bürgerkrieges!
Nach Luna, Ivo und Dvorkin möchte ich Ihnen in diesem Auftakt zum Ushovar-Zyklus eine alte Freundin von mir vorstellen: Cvon

Ich will nicht leugnen, daß der Umgang mit ihr einer gewissen Gewöhnung bedarf, aber ich denke, dass Sie in der luxuriösen Sicherheit Ihres Bettes, Ihres Lieblingssessels oder ihres Liegestuhls einer Begegnung mit ihr in aller Ruhe entgegen sehen können.

Es gibt übrigens ein Wiedersehen mit einigen alten Freunden, die in meinem Erstling "Elfenmond" nicht gerade vom Glück verfolgt wurden oder noch nicht geboren waren... Vor allem über den zweiten Teil dieses Satzes musste ich selber einen Augenblick nachdenken.

Und bevor ich es vergesse: Wenn Sie Cvons Charme so wie ich erlegen sind, können Sie die Bekanntschaft mit ihr im zweiten Teil des Zyklus -"Tia-Lhor" - vertiefen.

 
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