Selbsternannte Tugendwächter auf dem Vormarsch PDF Drucken E-Mail

Apple und andere US-Konzerne haben es vorgemacht, jetzt greift der Zensurterror auch in Deutschland um sich. Der Print on Demand-Dienstleister BoD nimmt sich seit Neuestem das Recht heraus, die bei ihm für sehr viel Geld produzierten Bücher auf ihre Sittlichkeit zu überprüfen. Selbst vor Verlagen, denen gegenüber BoD ja nur als einfache Druckerei auftritt, macht das Norderstädter Unternehmen nicht Halt. Unter Anderem wollten die selbsternannten Tugendwächter auch die Produktion von meinem Roman "Masken der Sinnlichkeit" ablehnen.

Gerade bei diesem Buch, in dem es nicht einfach ums "Vögeln" sondern um die tiefere Bedeutung von Weiblichkeit und Männlichkeit geht, ist das besonders lächerlich.

Ich bin sehr froh, dass meine Verlegerin Uschi Zietsch niemand ist, dem man so leicht die Butter vom Brot nimmt. Nach ihrer Beschwerde will BoD nun "ausnahmsweise" mit der Produktion weitermachen. Alle Infos zum Vorgang berichtet auch der Zauberspiegel.

Ich kann nur hoffen, dass dieses Land nicht immer mehr von den selbsternannten Moralaposteln dominiert wird, die ihre Marktmacht zur Durchsetzung ihrer eigenen Weltanschauung missbrauchen. Engstirnige Spießer und Menschen ohne Phantasie sind das Letzte, was der ohnehin schon dem Mainstream hinterherhechelnde Buchmarkt in diesem Land braucht.